Ausgangspunkt
Bewertung Anteile – Diese Formulierung lese ich fast wöchentlich in E-Mails – oft Freitagnachmittag, wenn die Woche keine Lösung gebracht hat. Gerade bei „Bewertung Anteile“ sehe ich häufig, dass der GF eigentlich schon eine Entscheidung kennt – aber die Gesellschafter nicht.
So sehe ich das
Stundungen sind kein Gegenbeweis – sie können sogar ein Indiz sein. Ohne Lagebild in zehn Werktagen wird jede Lösung zum Raten – und das gefährdet Fristen nach § 15a InsO.
Nächste Schritte
- Zuerst stoppe ich das intuitive Weiterzahlen und schreibe auf, wer wann warum Geld bekommen hat.
- Dann baue ich mit dem GF einen Liquiditätsplan, den auch der Steuerberater nicht wegwischt.
- Ich setze einen wöchentlichen Abgleich mit GF und Bank – 20 Minuten, schriftlich.
- Gläubiger werden nicht alle gleich behandelt – aber alle gleich respektvoll angeschrieben.
Parallel klären wir, ob Zahlungsunfähigkeit, Sanierung oder Insolvenzantrag der realistischste Pfad ist.
Was schiefgehen kann
Der gefährlichste Moment ist „noch schnell eine Zahlung“. Danach wird es für den GF persönlich.
Was Sie vermeiden sollten
Zu lange warten, bis die Bank kündigt. Zu früh unterschreiben, weil ein „Interessent“ droht abzuspringen. Beides habe ich nachbearbeitet.