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Markus Bertan

Due Diligence Praxisfall Automotive-Zulieferung | Markus Bertan

Schritte, Risiken, Timing – Praxisfall Automotive-Zulieferung: 480.000 € Verbindlichkeiten, 15 Wochen, Thema Due Diligence. Keine Rechtsberatung.

Branche: Automotive-Zulieferung (anonymisiert) · Rechtsform: GmbH · Mitarbeiter: 59 · Umsatz: ca. 1.200.000 € · Verbindlichkeiten: 480.000 €

So begann der Fall

Nach einem Streit in der Gesellschafterrunde ging der GF allein ans Telefon. Das ist häufiger, als man denkt. Zwei Brüder führten die GmbH; einer blockierte jeden Notartermin mit dem Hinweis auf fehlende Bewertung.

Die Automotive-Zulieferung-GmbH hatte 59 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von rund 1.200.000 € – auf dem Papier noch präsentabel. Unter der Oberfläche: negative Wochenliquidität ab Woche drei, 183.000 € Debitoren älter als 90 Tage und kein Beschluss zu das Thema.

Chronologie (15 Wochen)

Gegen Ende des ersten Monats hatte der GF ein Protokoll, das er auch seinem Steuerberater nicht schämte. Bei due diligence geht es in der Praxis selten um Theorie – sondern um Timing und Protokolle.

Woche eins: SuSa, Bank, Gläubigerliste. Woche zwei: 13-Wochen-Liquiditätsplan und Matrix – 77 % der Schulden bei sechs Namen. Woche drei: Stundungsgespräche, Raten über 177.600 €.

Ab Woche 5 lag der Fokus auf Erwerberliste und Notarvorbereitung. Der GF führte das Protokoll selbst – das war sein Wunsch.

Ich dokumentiere jeden Schritt so, dass ein späterer Gutachter die Logik nachvollziehen kann.

Ergebnis

Nach 15 Wochen lag ein handfester Pfad zu Due Diligence vor – ohne Aktionismus. Insolvenzantrag war nicht nötig; die Pflicht zur erneuten Prüfung stand im Kalender. Beschlüsse und Zahlungsprotokolle waren vollständig.

Typische Fehler in vergleichbaren Mandaten

Typische Umwege: Zahlungen an verbundene Personen ohne Beschluss. Verkaufsgespräche mit dem ersten Interessenten ohne Due Diligence. Privatentschuldungen mit Firmengeld vermischt.

Haftung – kurz eingeordnet

§ 15a und § 15b InsO, § 43 GmbHG, offene Sozialabgaben – konkrete Prüfpunkte, keine Schlagworte. Wer unsicher ist: Insolvenzantragspflicht prüfen.

Fall fiktiv und anonymisiert – keine Rückschlüsse auf reale Mandanten. Keine Rechtsberatung.

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