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Unternehmensbewertung Praxisfall Chemie-Zulieferung | Markus Bertan

Praxisfall Chemie-Zulieferung: 705.000 € Verbindlichkeiten, 23 Wochen – Schritte, Risiken, Timing, aus der Beratungspraxis zu Unternehmensbewertung.…

Branche: Chemie-Zulieferung (anonymisiert) · Rechtsform: GmbH · Mitarbeiter: 9 · Umsatz: ca. 1.762.500 € · Verbindlichkeiten: 705.000 €

So begann der Fall

Zwei Brüder führten die GmbH; einer blockierte jeden Notartermin mit dem Hinweis auf fehlende Bewertung. Ein Lieferant aus dem Umland hatte auf Vorkasse bestanden – das war das Signal, dass es ernst wird.

9 Köpfe, 1.762.500 € Umsatz, 705.000 € Verbindlichkeiten – die Chemie-Zulieferung-GmbH wirkte von außen noch intakt. Innen: kein 13-Wochen-Liquiditätsplan, Debitoren bei 173.000 € über 90 Tage.

Chronologie (23 Wochen)

Gegen Ende des ersten Monats hatte der GF ein Protokoll, das er auch seinem Steuerberater nicht schämte. Bank und Finanzamt lesen Zahlen – nicht Stimmung. Deshalb zuerst Daten, dann Gespräche.

Woche eins: SuSa, Bank, Gläubigerliste. Woche zwei: 13-Wochen-Liquiditätsplan und Matrix – 79 % der Schulden bei sechs Namen. Woche drei: Stundungsgespräche, Raten über 246.750 €.

Ab Woche 5 lag der Fokus auf Erwerberliste und Notarvorbereitung. Der GF führte das Protokoll selbst – das war sein Wunsch.

Bei bewertung geht es in der Praxis selten um Theorie – sondern um Timing und Protokolle.

Ergebnis

Am Ende: Unternehmensbewertung als Option, nicht als Wunsch. Dokumentation sauber, Bank informiert, kein Insolvenzantrag nötig – vorerst.

Typische Fehler in vergleichbaren Mandaten

Drei Fehler, die ich in vergleichbaren Mandaten immer wieder sehe:

  • Privatentschuldungen mit Firmengeld vermischt
  • Steuerschulden verschwiegen, bis das Finanzamt von selbst anruft
  • Gesellschafterbeschlüsse nur mündlich, nie im Protokoll

Rechtliche Eckpunkte

§ 15a und § 15b InsO, § 43 GmbHG, offene Sozialabgaben – konkrete Prüfpunkte, keine Schlagworte. Wer unsicher ist: Insolvenzantragspflicht prüfen.

Fall fiktiv und anonymisiert – keine Rückschlüsse auf reale Mandanten. Keine Rechtsberatung.

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