Praxisfall: Gläubigerratenplan bei 890.000 € Verbindlichkeiten
Branche: Gebäudetechnik (anonymisiert) · Rechtsform: GmbH · Mitarbeiter: 31 · Umsatz: ca. 4,1 Mio € · Verbindlichkeiten: 890.000 €
Ausgangslage: Drei Hauptlieferanten hatten Mahnverfahren eingeleitet, die Bank hatte die Linie reduziert. Gesellschafter wollten keinen Verkauf – aber auch keinen sofortigen Insolvenzantrag.
Analyse (10 Tage)
- 6 Gläubiger = 78 % der Verbindlichkeiten
- 13-Wochen-Plan: negativ ab Woche 7 ohne Maßnahmen
- Offene Forderungen: 210.000 € älter als 90 Tage – realistisch 140.000 € kurzfristig
Maßnahmen
Woche 1–4: Zahlungsstopp dokumentiert, Gespräche mit Top-3-Lieferanten, Stundung 90 Tage für 180.000 € Materialforderungen.
Woche 5–10: Ratenplan 420.000 € über 18 Monate, wöchentlicher Liquiditäts-Call, Debitoren-Fokus brachte 95.000 € Zahlungseingang.
Woche 11–14: Bank reaktivierte Teillinie, Insolvenzreife-Prüfung wöchentlich protokolliert – damals keine Antragspflicht.
Ergebnis
- Kein Insolvenzantrag erforderlich (Stand damals; laufende Re-Prüfung)
- Keine Pfändung der Geschäftskonten mehr
- Gesellschafterbeschlüsse und Gläubigerprotokolle vollständig
Vertiefung: Gläubigerverhandlung – Leitfaden · Krisenmanagement
Fall fiktiv und anonymisiert. Keine Rechtsberatung.